1. Münchner Fachtag: Krisenhafte Ereignisse und Tod im Nahbereich einer Kita

Unter der Schirmherrschaft von Bürgermeisterin Verena Dietl fand am 14. Oktober 2025 in der Evangelischen Markuskirche der 1. Münchner Fachtag zum Thema „Krisenhafte Ereignisse und Tod im Nahbereich einer Kindertageseinrichtung“ statt. Über 130 Fachkräfte aus Stadt, Kirchen, Wohlfahrtsverbänden und freien Trägern tauschten sich zu diesem sensiblen Thema aus.
Umgang mit Krisen und Tod in Kitas
Kinder erleben Krisen wie Todesfälle oder schwere Erkrankungen oft unvermittelt. Pädagogische Fachkräfte müssen dann Halt, Nähe und Orientierung geben und gleichzeitig Teams stabilisieren. Der Fachtag vermittelte praxisnahes Wissen zu psychologischen Belastungen, Krisenintervention und tragfähigen Strukturen im Ernstfall.
Diakon Dietmar Frey führte in die zentralen Fragestellungen ein. In ihrem Grußwort betonte Bürgermeisterin Dietl, wie wichtig gut vorbereitete Fachkräfte und funktionierende Netzwerke für schnelle und wirksame Hilfe in Krisen sind.
Fachvorträge und Workshops
Eva Barnewitz erläuterte Grundlagen von Trauma, Krise und Notfall. Simon Finkeldei (AETAS Kinderstiftung) zeigte praxisnah, wie Kinder in Krisensituationen wahrnehmen und reagieren.
Fünf Workshops boten Methoden für Teamgespräche, Krisenintervention, Resilienzförderung und den Umgang mit Kinderfragen in Trauersituationen.
Netzwerk und Begleitangebote
Zahlreiche Einrichtungen präsentierten ihre Arbeit: Stiftung Ambulantes Kinderhospiz, Die ARCHE, Münchner Insel, Evangelisches Bildungswerk, Evangelische Stiftung Wort und Tat, Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister München, Lebensmut e.V., Krisendienst Bayern, Telefonseelsorge, Lacrima, Kinder- und Jugendhospiz der Malteser, AETAS Kinderstiftung, sowie Evangelische und Katholische Notfallseelsorge.
Ergänzt wurden sie durch das Beratungsteam Kinderschutz und Krisen der Stadt München und die Spirituelle Begleitung für pädagogisches Personal der Erzdiözese. Das breite Netzwerk unterstützt Fachkräfte, Familien und Kinder in akuten Krisen ebenso wie langfristig.
Der Fachtag stärkte Fachwissen, Handlungskompetenz und Vernetzung.

Grußwort von Bürgermeisterin Verena Dietl

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Sehr geehrte Damen und Herren, 
 
als Bürgermeisterin der Landeshauptstadt München und Schirmherrin dieses Fachtags heiße ich Sie heute herzlich willkommen hier in der Evangelischen Markuskirche. Sie alle sind gekommen, weil Sie wissen: Wenn Kinder in Krisen geraten, brauchen sie Menschen, die vorbereitet sind – fachlich und menschlich.
 
Es ist mir eine große Freude und ein persönliches Anliegen, dass dieser Fachtag stattfinden kann. Mein Dank gilt allen, die ihn ermöglicht haben und mit Leben füllen.
 
Unter dem Titel „Krisenhafte Ereignisse und Tod im Nahbereich einer Kindertageseinrichtung“ widmen Sie sich heute einem hochaktuellen, sensiblen Thema von großer gesellschaftlicher Bedeutung. Die zentrale Frage lautet: Wie können Kinder und ihre Bezugspersonen in schweren Zeiten begleitet werden?
 
Ein plötzlicher Unfall, eine schwere Diagnose, der Tod eines nahestehenden Menschen – solche einschneidenden, existenziellen Erlebnisse machen auch vor Kindertageseinrichtungen nicht Halt. Sie erschüttern Kinder, Familien und pädagogische Teams emotional – und fordern die Einrichtungen organisatorisch heraus. Und sie kommen meist völlig unerwartet.
 
Gerade in diesen Momenten tragen wir Erwachsene eine große Verantwortung. Kinder brauchen Schutz, Nähe und Halt. Sie brauchen verlässliche Bezugspersonen, die ihnen Orientierung geben und sie achtsam begleiten. Dabei ist es wichtig, nicht nur auf das einzelne Kind zu schauen, sondern auch das Umfeld zu stärken, damit Kinder Belastungen verarbeiten können. Zugleich brauchen die pädagogischen Fachkräfte in den Einrichtungen selbst kollegiale Unterstützung, um in Krisen handlungsfähig zu bleiben – auch im Bewusstsein der eigenen Grenzen. 
 
Der heutige Fachtag verknüpft wichtige Perspektiven: wissenschaftliche Erkenntnisse aus Psychologie und Neurobiologie, Grundlagen der Krisenintervention und die Frage, welche Strukturen wir als Stadtgesellschaft schaffen müssen, um im Ernstfall schnell und wirksam handeln zu können. Notfallkonzepte und Unterstützungswege können im Ernstfall verlässlich Halt geben, wenn sie nicht nur auf dem Papier stehen.
 
Mein herzlicher Dank gilt allen, die diesen Tag möglich gemacht haben: der Evangelischen und Katholischen Notfallseelsorge, der AETA-Kinderstiftung, dem Referat für Bildung und Sport – insbesondere der Fachabteilung Kinderschutz und Krisen –, dem Evangelischen Dekanat, der Erzdiözese München und Freising, der Fachstelle Spirituelle Begleitung für pädagogisches Personal und allen beteiligten Trägern. Für die Veranstalter danke ich stellvertretend den Hausherren, Diakon Dietmar Frey, Leiter der evangelischen Notfallseelsorge und Beauftragter für Kindertageseinrichtungen im Dekanat München. Gemeinsam haben Sie ein belastbares Netzwerk aufgebaut, das weit über diesen Tag hinaus trägt.
 
Besonders freue ich mich über die mehr als 130 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wohlfahrtsverbänden, Kirchen, Diakonie, Caritas und der Stadt München.
 
Ihr Engagement zeigt: Viele Menschen in unserer Stadt suchen nach praktikablen Wegen und Lösungen – und sie stellen sich mutig den schwierigen Fragen:
 
Wo finden Betroffene schnelle und niedrigschwellige Unterstützung? Welche ersten Schritte sind entscheidend? Welche Qualifikation und Begleitung braucht pädagogisches Personal? Welche Verantwortung liegt bei den Trägern.
 
Ich danke Ihnen für Ihr Engagement, Ihre Fachlichkeit und den Mut, sich diesem wichtigen Thema zu widmen. Denn es geht um Solidarität, Fürsorge und Verantwortung für die Kinder unserer Stadt. Sie legen das Fundament, damit Kinder wieder festen Boden unter den Füßen spüren können, wenn er ins Wanken gerät.
 
Ich wünsche Ihnen eine bereichernde und ermutigende Tagung – sie schenke sie Ihnen Orientierung, Kraft und das gute Gefühl: Wir sind vorbereitet.
 
Vielen Dank – und alles Gute für Ihre Arbeit!
Herzliche Grüße,
Ihre Bürgermeisterin Verena Dietl